Review: Desire (Chris Isaac)
Ohne anscheinend über die Konsequenzen
nachzudenken, gesteht der Highschool Schüler Ryoji eines Tages während der
Mittagspause seinem besten Freund Toru, dass er bei dessen Anblick erregt
wird. Er will wissen, was Toru darüber denkt, aber dieser kann ihm auf gar
keinen Fall die Wahrheit sagen. Nämlich dass er seit langem viel für Ryoji
empfindet und sich schließlich vor sich selbst eingestehen musste, dass er
sich in ihn verliebt hat. Ryoji is Schon vorher wusste Toru nicht, wie er in Ryojis Nähe mit seinen Gefühlen umgehen sollte. Jedes Mal wenn dieser ihn berührt, jagt es ihm Schauer über den Rücken. Ihn anzusehen, ohne seine Gefühle zu zeigen fällt ihm schwer. Wie soll es jetzt erst werden, da er weiß, dass Ryoji solche Gedanken hat? Bereits im nächsten Moment nimmt Ryoji seine Aussage jedoch zurück und sagt Toru, dass er einfach so tun soll, als hätte er nie etwas gehört. Toru weiß natürlich schon, dass er das niemals können wird… Und dann passiert noch etwas, das Torus Gefühlswelt völlig durcheinander bringt. Ryoji wird von einem Mädchen gefragt, ob er mit ihr gehen will und … stimmt zu. Und das obwohl er schon seit langer Zeit nicht mehr fest mit einem Mädchen zusammen war. Toru fiel es schon schwer genug es auszuhalten, dass Ryoji immer wieder Mädchen um sich hatte und er weiß nicht, wie er damit klarkommen soll, das dieser jetzt auch noch eine feste Freundin hat. Immer wieder muss er sich vorstellen, wie Ryoji sie berührt und küsst und wünscht sich an ihrer Stelle zu sein. Sein Freund Takashi merkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt, und spricht ihn darauf an. Auch mit Takashi hat Ryoji darüber gesprochen, dass er von Toru erregt wird und Takashi glaubt nun, dass dies der Grund ist, warum Toru so aus der Fassung ist. Er versucht Toru damit zu beruhigen, dass das ganze für Ryoji nichts Ernstes ist und sicher bald vorbei. Außerdem warnt er ihn davor, sich auf Ryojis Spielchen einzulassen, da dieser ihn wahrscheinlich verletzen wird. Natürlich macht er Toru damit nur noch verzweifelter. Toru hat das Gefühl, dass er sterben muss, wenn er sich noch länger so fühlt.
Zu allem Überfluss macht Ryoji einen
neuen Versuch, sich ihm zu nähern. Er gesteht Toru, dass er an ihn denkt
während er kommt, wenn er mit einem Mädchen schläft und dass er unbedingt
wissen möchte, ob die Realität mit seinen Träumen übereinstimmt. Beinahe
verzweifelt bitter er ihn, mit zu ihm nach Hause zu kommen und sagt ihm ganz
offen, dass er mit ihm schlafen möchte. Und Toru willigt ein. Seine
Sehnsucht nach Ryoji ist mittlerweile größer als seine Furcht von ihm
verletzt zu werden. Toru hat große Angst davor, mit Ryoji zu schlafen, aber
nicht vor den Schmerzen, sondern davor, dass er sich noch schlimmer fühlen
wird, wenn es vorbei ist. Aber nachdem er Ryoji nach
Als es vorbei ist sagt Ryoji jedoch ledigleich, dass es anders war, als er es sich vorgestellt hat und enttäuscht Toru damit zutiefst. Dennoch will dieser unbedingt mit Ryoji befreundet bleiben und hofft, dass seine Gefühle sich eines Tages wieder in freundschaftliche verwandeln werden. Doch dann fragt ihn Ryoji am nächsten Tag, ob er wieder bei ihm vorbeikommen möchte und es ist ganz klar was er will. Was ist Toru für Ryoji? Ein Spielzeug mit dem er sein Verlangen befriedigt, oder steckt etwa doch mehr hinter seinem Wunsch immer wieder mit ihm zu schlafen? Desire ist eines der berührendsten Mangas, die ich bisher gelesen habe. Die Geschichte wirkt an keiner Stelle überzogen, ist aber unheimlich intensiv und einfühlsam erzählt. Maki Kazumi, von der die Geschichte stammt, macht nicht den Fehler, Torus Gefühle leicht zu nehmen oder sie an irgendeiner Stelle als übertrieben darzustellen. Man kann im Gegenteil sehr gut nachvollziehen, wie sehr er leidet und wie ihm seine starken Gefühle über den Kopf wachsen, bis er regelrecht das Gefühl hat zu zerspringen. Ryoji hingegen ist am Anfang wunderbar undurchschaubar und man weiß lange nicht, ob er ein oberflächlicher oder doch sehr tief fühlender Charakter ist. Torus Traurigkeit kann man regelrecht spüren, wenn man seinen unglücklichen Gesichtsausdruck sieht, den Yukine Honami fantastisch zeichnet. Der Zeichenstil passt perfekt zur story und ist sehr weich und differenziert. Die Yaoi-Szenen zwischen Toru und Ryoji sind mit die leidenschaftlichsten und am besten ausgestalteten, die ich bisher in einem Manga gesehen habe. Desire kann ich jedem der etwas ernstere Geschichten und sanfte Töne mag, nur wärmstens ans Herz legen. Erschienen ist der Einzelband in Deutschland bei Carlsen.
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